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Ihre Ansprechpartnerinnen sind:
Frau Frances Trümper Frau Christiane Heimann (Verwaltung)

Jürgen Trümper

05.02.1955 - 21.05.2022

Am 21.05.2022 verstarb Jürgen Trümper.

Wir alle sind traurig. Mit ihm verlieren der Verein und die Mitarbeitenden einen großen Vordenker, unermüdlichen Kämpfer und Wegbegleiter. Der Tod von Jürgen Trümper ist ein wirklicher Verlust und hinterlässt eine tiefe Lücke. Es trauert seine Familie zusammen mit den Mitarbeitenden und Freunden und allen, die ihn als Persönlichkeit mochten und schätzten; für all das, was ihn als humor- und liebevollen, politisch denkenden und sozial handelnden Menschen ausgemacht hat.

Ein Verlust ist sein Tod aber auch für alle, die sich in diesem Land gegen Glücksspielsucht engagieren und den davon Betroffenen Beratung und Hilfen anbieten. Die mit ihrer Arbeit versuchen, der Lobby der Glücksspielindustrie und einer zerrissenen Politik zwischen Gesundheit und Steuereinnahmen nicht nur etwas entgegenzusetzen, sondern auch mit Dialog und notwendiger Kooperation die Prävention und den Schutz gegen abhängig- und krankmachendes Spiel zu stärken.

Jürgen Trümper hinterlässt ein einzigartiges Lebenswerk.

Ohne seine Kraft wäre der Arbeitskreis gegen Spielsucht e.V. vor dreißig Jahren nicht entstanden. Nur eine Handvoll Menschen gab es damals, die diese Problematik ebenfalls gesehen und ihre Unterstützung gegeben haben. Anfangs ging es um die Anerkennung der stoffungebunden Sucht und ihrer sozialen Zerstörungskraft, um den Aufbau einer Beratungsstruktur und die Aufklärung der Gesellschaft und Politik über Missstände und Defizite. Daraus entstand, vor allen mit der Unterstützung des damaligen sozialpolitischen Sprechers der SPD-Landtagsfraktion, Wolfram Kuschke und der Förderung durch die Stiftung Wohlfahrtspflege NRW die Fachstelle Glücksspielsucht, mit ihren Standorten in Neuss, Herford und Unna.

Heute ist der Arbeitskreis gegen Spielsucht e.V. aufgrund der unermüdlichen Arbeit von Jürgen Trümper Träger der Fachberatungsstelle Pathologisches Glücksspiel und Medienabhängigkeit mit angeschlossener ambulanter Rehabilitation sowie der Schwerpunktberatungsstelle mit dem Themenkomplex Markt und Medien.

Gerade die Tätigkeit der Schwerpunktberatungsstelle gehört zu den herausragenden Leistungen Jürgen Trümpers, der Fortbildungen und Fachtagungen für kommunale Behörden, Polizei- und Fachkräfte der Prävention organisierte und regelmäßig in akribischer Kleinarbeit den bundesdeutschen Glücksspielmarkt in der „roten Studie“ dokumentierte, inklusive einer Analyse der Entwicklungen. Gerade diese Zusammenarbeit mit den Mitarbeitenden von Ordnungs- und Steuerämtern, der Polizei und Steuerfahndung betrachtete Jürgen Trümper als wichtiges Gut, da sich hier „unsere natürlichen Verbündeten im Kampf gegen das (illegale) Glücksspiel“ finden.

Im Laufe der Zeit entstanden bundesweit viele Therapieangebote und Jürgen Trümper reiste als gefragter Referent rastlos durch die Republik, um auf Tagungen und Foren aufzuklären, Ideen zur strukturellen Prävention zu entwickeln und vorzustellen, und um Unterstützung für unsere Forderungen zu werben. Er war der anerkannte Experte und Macher, aber auch der pragmatische Organisator und Gesprächspartner gegenüber der Politik und Anbieterseite, ohne Illusionen was deren Interessen anging und die eigenen Möglichkeiten. Manches was Jürgen Trümper als Prävention der Glücksspielbranche anstieß, wurde später zu einem selbstverständlichen Teil der Suchthilfestruktur in unserem Lande. Bei allem was er tat, war das Leid und die Verelendung derer, die an Glücksspielsucht erkrankten oder als Angehörige von der Glücksspielsucht betroffen waren, beständiger Antrieb weiter zu kämpfen.

Er wird fehlen und ist nicht ersetzbar.

In seinem Sinne weiterzuarbeiten ist eine schwierige Aufgabe und eine große Herausforderung, der wir uns stellen werden. Vieles wird sich nun für den Arbeitskreis ändern. Das, was Jürgen Trümper in seinem Leben geschaffen hat, was er vor allem in anderen Menschen bewegt und an Gutem bewirkt hat, wird für immer bleiben und so wollen wir Jürgen Trümper in guter Erinnerung behalten und dankbar für alles sein, was wir an ihm und mit ihm hatten.

Was bleibt sind seine Werke und unsere Erinnerungen an einen großartigen Menschen, einen verlässlichen Ratgeber und einen freundlichen, bescheidenen Menschen.

Unsere Gedanken sind bei seiner Familie.

Der Vorstand


Beratung

Die Fachberatungsstelle Pathologisches Glücksspiel und Medienabhängigkeit bietet Beratungsangebote für Menschen, die sich mit dem Thema beschäftigen, sich von der Thematik betroffen oder bedroht fühlen. Das Beratungsangebot richtet sich dabei gleichermaßen an Betroffene wie auch Angehörige. Die Beratung ist kostenfrei, unverbindlich und unterliegt der Schweigepflicht. Auf Wunsch kann die Beratung auch anonym erfolgen.

Vorträge & Schulungen

Die Arbeit mit und zu den Themen Pathologisches Glücksspiel und Medienabhängigkeit bedarf der umfassenden Information über Entstehung und Hintergrund der Problematik. Besonders im Bereich des Pathologischen Glücksspiels gehören hierzu auch gesetzliche und ordnungsrechtliche Grundlagen sowie die Angebotsstruktur der Glücksspielmedien. In einzelnen Vorträgen oder umfassenden Schulungen vermitteln wir diese Themen.

Publikationen

Der Arbeitskreis gegen Spielsucht e.V. erstellt seit 1994 fortlaufend eine Angebotsstruktur der Geldspielgeräte in Spielhallen und gastronomischen Betrieben in der Bundesrepublik. Informationen zur Statistik / Analyse sowie über weitere Publikationen zum Pathologischen Glücksspiel erhalten Sie auf den folgenden Seite.